BACK TO KREATIVITÄT? Der Kickstart für deine schöpferische Kraft

So langsam aber sicher sind wir alle an unseren Arbeitsplätzen und im neuen Jahr angekommen – zurück in die tägliche Kreativität!

Nun stellt sich aber die Frage: Wie schaffe ich es eigentlich, nach so einer langen Abstinenz vom Arbeitsplatz, wieder auf meinem alten kreativen Niveau zu landen? Und wie schaffe ich es generell, nach langen Kreativ-Laute (zum Beispiel ein langer Urlaub), wieder in den nötigen Arbeitsflow zu kommen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen?

Ich habe mir dazu in den letzten Wochen einige Gedanken gemacht, weil ich glaube, dass es gar nicht so sehr um das „Comeback nach einer Kreativpause“ geht, sondern um etwas ganz Generelles: Wie gestalte ich den Tag so, dass ich mein maximal kreatives Potential erreichen oder ausschöpfen kann?

Grundlage ist der Gedanke, dass Kreativität auf einer Aktivität beruht. Ergo ist Kreativität ist nichts Reaktives. Ein reaktives Verhalten heißt, dass ich auf etwas da passiert reagiere, wie zum Beispiel das Beantworten einer Mail.

Jetzt sieht es folgendermaßen aus: Schaut euch mal eure morgendlichen Routinen an. Ja ich weiß, Morgenrituale haben wir alle schon tausendmal etwas zu gehört und zigtausend Artikel darüber gelesen. Aber in eurer morgentlichen Routine ist eine Sache verborgen, die direkt mit eure Kreativität zusammenhängt. Denn die meisten von uns starten so in den Tag: Ich schau mal ob schon was passiert ist, Facebook checken, Emails lesen, die aktuellen Nachrichten…

Also ein reaktives Verhalten: Ah, das ist bei Facebook passiert, der Tweet ist über Nacht durch die Retweet Decke gegangen und bei Instagram hab ich wieder zwei neue Follower. Mein Postfach zeigt 50.000 E-Mails ungelesene Emails, die ich ja noch beantworten muss. UND oh Gott, später bei der Arbeit ist DAS Meeting und mein Chef hat mir schon geschrieben…und das…und das…und das.

Der Tag startet also absolut reaktiv, ohne jegliches aktives geistiges Handeln und ich glaube, dass genau dieses Verhalten Kreativität über den ganzen Tag hinaus bremst.

Wenn ihr es aber schafft euren Tag mit der Stimulation eurer Kreativität zu starten, dann wird sich diese auch durch den ganzen Tag ziehen. Denn so wie der Tag beginnt, so verläuft er meistens auch.

NUR WEIL ICH IRGENDWAS MACHE, HEISST ES NICHT DAS ICH AKTIV BIN!

Wie mache ich das denn? Also wie schaffe ich es, dass ich nicht reaktiv in den Tag starte, sondern aktiv?

Die Lösung hört sich jetzt ein wenig simpel an: Schaffe Raum für NICHTS!

Und das Verrückte: Es funktioniert! Ich selbst habe nach dem Aufstehen einen 60 minütigen Slot in dem ich einfach nichts tue. Das heißt, ich stehe auf, klar, ich mache meinen morgendlichen Toilettengang, trinke einen Kaffee und hab ein, zwei andere Rituale, aber ich tue per se nichts. Ich beschäftige mich mit nichts und das tue ich auch so lange nicht, bis ich zum Beispiel von meinem kleinen Sohn aus dem Konzept gebracht werde, weil er angezogen werden will und ich ihn zur Kita bringe.

Mein Handy ist aus, ich schirme mich also von allen reaktiven Einflüssen ab. Aktive Gedanken, die von meinem Geist ausgehen und um die Arbeit kreisen, kann ich natürlich nicht blocken, aber diese Gedanken sind aktiv, also etwas Gutes. Ich kann ja schwer zu meinen Gedanken sagen: „Denke nicht an den neuen Album Release!“. Ich werde nicht von anderen Impulsen dazu gezwungen, also reaktiv sozusagen, mir Gedanken zu machen.

Den ganzen Morgen vom Aufstehen bis ich das erste Mal meinen Laptop hochfahre bin ich aktiv, und erst dann fange ich an reaktive Handlungen zuzulassen. Also zum Beispiel Anfragen, Emails, Social Media usw.

BEWEGUNG: KÖRPER UND GEIST VEREINEN SICH FÜR MEHR AKTIVITÄT

Ihr legt noch eine Schippe drauf, wenn ihr diesen Raum für Nichts mit Bewegung kombiniert. Kurze knackige Workouts in der Früh oder auch einfach die Entscheidung eine halbe Stunde zu Fuß zur Arbeit zu gehen und nicht mit dem Auto oder der U-Bahn zu fahren.

Mit dieser Bewegung schüttet euer Körper Glückshormone aus und sie sorgen dafür, dass ihr mit einem positiven Mindset in den Tag startet. Dieses positive Mindset beflügelt natürlich auch eure Kreativität, weil ihr euch gut fühlt.

Zusätzlich würde ich immer darauf verzichten, mich auf dem Weg zur Arbeit mit anderen Sachen zu beschäftigen. Also keine E-Mails lesen, kein Facebook checken, die persönliche Schaltzentrale einfach noch so lange auslassen wie es geht – auch keine Musik. Lasst euren Kopf denken und eure Augen beobachten. Rekapituliert aktiv, was gestern war, denkt darüber nach was kommt, versucht in den aktiven Modus zu kommen und eure Gedanken und Ideen zu Kickstarten.

Zusammengefasst: Ihr beginnt euren Tag mit Nichts und Stille, also einem leeren Raum sozusagen und diesen leeren Raum füllt ihr als erstes, wenn ihr in den Tag startet, mit aktiven Gedanken.

Wenn ihr im Büro seid, dann könnt ihr anfangen reaktiv zu werden. ABER hier kommt jetzt der Erfolg von eurem optimierten Start in den Tag: Ihr werdet über den Tag verteilt ziemlich einfach in dieses aktive Mindset zurückkommen können. Und genau dieses aktive Mindset macht kreativ. Du musst aktiv denken und nicht reaktiv, um mit einem weißen Papier was anfangen zu können und darauf seine Ideen zu verwirklichen. Je öfter ihr so in den Tag startet umso mehr werden die Ideen aus euch heraus prudeln.

Aus Erfahrung weiß ich, dass mit ein wenig Training, die aktive Phase euch die Phase sein wird, in der ihr die meisten Ideen habt. Und dann geht es vermeintlich nur noch an die Umsetzung.

Das Beste ist natürlich, wenn ihr es schafft die aktive Denkzeit soweit wie möglich auszudehnen. Denn wenn ihr schonmal aktiv seid, warum damit aufhören. Das heißt am besten startet ihr den Tag mit kreativen Aufgaben, also keine E-Mails, kein Facebook, kein Twitter und so weiter und so fort. Denn wenn ihr den aktiven Prozess angestoßen habt dann kommen eure eigenen Mechanismen, Tools und Skills dazu, die ihr euch über Jahre angeeignet habt. Und diese werden dann fast wie ein Automatismus funktionieren.

ABER, FUNKTIONIERT DAS WIRKLICH?

Okay! Aber eine Frage: Du bist morgens von 9 bis 12 in Meetings, danach eine Stunde Mails, Lunch, und dann kannst du auf Knopfdruck kreativ sein? Das ist unheimlich schwierig. Von daher ist es der idealste Weg einen aktiven Block zu schaffen, der extrem lang ist und dann erst in den Reaktivmodus zu gehen. Ich meine, probiert es einfach mal aus. Ich glaube, dass das eine geniale Sache ist und auch ein guter Ersatz für eine morgendliche Routine, die aber ganz gezielt eure Kreativität triggert und vermutlich steigert. Es ist am Ende ein kreativer Koffeinschock, um mit voller Schaffenskraft in den Tag zu starten.

Schreibt mir, wie es bei euch funktioniert, ob ihr vielleicht andere Ideen habt eine aktive Phase zu starten oder ihr andere Tools nutzt um eure Kreativität zu triggern.

Vielen lieben Dank fürs lesen & keep ripping!

Patrick Niesler
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Gründer & Geschäftsführer von RipCue Music. Der Junge aus dem Ruhrgebiet, der in München und de Medienwelt wurzeln geschlagen hat gründete RipCue 2015 mit einem klaren Ziel vor Augen: Spezialisiert auf Musik für die Bewegtbildindustrie, mit viel Authenzität, familiären Charakter und lokalen Flair. Im Vordergrund immer die Geschichte, die es gerade zu erzählen gilt.